Honigsortenverkostung am 13.12.2025 am 1. Honigsüßen Adventsmarkt
Die Idee einer Honigsortenverkostung entstand an einem unserer Stammtische, zu dem auch jeder herzlich eingeladen ist. Da wir uns als kleine Gruppe zusammenfanden, um auf die Messe Eurobee 2025 in Friedrichshafen zu fahren, nutzten wir die Gelegenheit, um dort nach besonderen Sorten Ausschau zu halten.
Als wir dann abends beim Social Dinner mit Imkern aus der Schweiz und Österreich beisammensaßen und uns über Sorten und Ernten austauschten, war klar – die Honigverkostung wird ein Highlight unseres 1. Honigsüßen Adventsmarktes. Am 13.12.2025 war es dann so weit:

Unser Mitglied, Imkerin Andrea Balling, bereitete die erste Honigverkostung im Vereinsheim sehr professionell auf. Die einzelnen Sorten waren beschildert und kleine Schälchen davor luden die Gäste zum Probieren mit Einwegstäbchen ein. Da kam eine wunderbare Vielfalt zusammen:
- Alpenrosenblütenhonig aus der Schweiz
- Goldprämierter Weißtannenhonig aus Baden-Württemberg
- Goldprämierter Honig Sommertracht Kleinostheim 2025
- Akazienhonig Kleinostheim 2025
- Waldhonig mit Edelkastanie und Akazie Karlstein 2025
- Waldhonig cremig gerührt aus Geiselbach
- Lavendelhonig aus Frankreich
- Thymianhonig aus Frankreich
- Vielblütenhonig aus Bali
- Blütenhonig mit Mandarine und Orange aus Japan
Die einzelnen Honigsorten bei der Honigverkostung mit Beschreibung
Schweizer Alpenrosenblütenhonig, Imkerei H & J. Heusser, Davos
Als der Schweizer Imker Simon Tanner uns auf der Eurobee vom Alpenrosenblütenhonig vorschwärmte, waren wir sofort interessiert. Diese Honigsorte ist etwas Außergewöhnliches. Es gibt sie nicht überall in der Schweiz und auch nicht jedes Jahr. Er besorgte uns zwei Gläser für die Verkostung von der Imkerei H. & J. Heusser in Davos. Der Alpenrosenblütenhonig ist hell und zart cremig und hat ein ganz zartes Karamellaroma, süßlich, blumig mit Kräuternoten. Wirklich etwas sehr Besonderes.

Goldprämierter Weißtannenhonig, Imkerei Oliver Leis, Haberschlacht/Baden Württemberg
Ebenfalls auf der Eurobee wurden wir auf den Weißtannenhonig der Imkerei Oliver Leis aufmerksam. Dieser Weißtannenhonig errang den DBIB/Eurobee Honey Award 2025 als bestes Produkt seiner Kategorie und bekam eine Goldmedaille. Als Frau Corinna Leis beim Social Dinner bei uns am Tisch sich kurz unterhielt, nutzten wir die Gelegenheit zur Bestellung. Und tatsächlich konnten wir ein paar Wochen später den begehrten prämierten Honig von der Paketpost in Empfang nehmen.
Weißtannenhonig ist ein seltener, dunkler Waldhonig mit einem kräftig würzigen, leicht harzigem Geschmack. Er wirkt weniger süß und sehr aromatisch.

Goldprämierter Honig Sommertracht 2025, Imkerin Andrea Balling, Kleinostheim
Aber auch aus den eigenen Reihen haben wir Erfolge vorzuweisen. Andrea Balling bekam für ihre Sommertracht 2025 vom Deutschen Imkerbund die Goldmedaille. Bei der Prämierung wurden Geruch, Geschmack, Wassergehalt, Invertasegehalt, Zustand, Sauberkeit und Aufmachung bewertet.
Diese prämierte Sommertracht zeichnet sich aus durch einen extrem hohen Anteil an Invertase (275,9 Einheiten), was auf eine besonders schonende Gewinnung und Verarbeitung des Honigs hinweist. Zum Vergleich: Der Mindestwert für deutschen Qualitätshonig liegt allgemein bei 64 Einheiten/kg, bei enzymschwachen Sorten bei 45 Einheiten/kg. Invertase ist ein licht- und wärmeempfindliches Enzym, das die Zuckerspaltung und Reife des Honigs beinflusst.
Sommertracht ist die Bezeichnung von Honig aus sommerblühenden Wiesenpflanzen und Wildkräutern. Je nach Zusammensetzung ist er hell bis goldbraun. Die hier vorgestellte Sommertracht war goldgelb, klar und hatte einen süßen aromatischen Honiggeschmack.

Akazienhonig Kleinostheim, Imkerei Knut Geibig, Kahl am Main
Er heißt Akazienhonig, tatsächlich aber stammt dieser Honig aus dem Nektar der Robinienbäume, die sich hier stellenweise stark ausbreiten und im Sommer ihre weißen duftenden Blütentrauben entfalten. Auch Akazienhonig kann man nicht jedes Jahr ernten. Es muss genügend geregnet haben und der Nektar wird erst bei schwülwarmem Wetter frei. Um reinen Akazienhonig ernten zu können, muss der Imker vorher den Frühtrachthonig entnommen haben. Denn Sortenhonige müssen mindestens 60 % der namensgebenden Sorte enthalten. Akazienhonig ist hell und klar. Aufgrund des hohen Fructoseanteils bleibt dieser Honig lange flüssig und kristallisiert kaum. Der Geschmack ist leicht und blumig.
Waldhonig mit Edelkastanie und Akazie, Imkerei Knut Geibig, Kahl am Main
Während Blütenhonig aus Nektar entsteht, sammeln die Bienen beim Waldhonig die zuckerhaltigen Absonderungen von saugenden Insekten auf Bäumen. Der zuckerhaltige Saft, der sogenannte Honigtau, wird von den Bienen wie Nektar im Bienenstock gesammelt und zu Honig umgearbeitet. Durch die pflanzeneigenen Bestandteile ist dieser Honig oft dunkler und hat einen kräftigen Geschmack. Er kann Nuancen von Nadelbaumaromen enthalten, je nachdem von welchen Bäumen er stammt. Bei diesem Honig wurden aufgrund einer Laboranalyse auch Anteile der Edelkastanie und der Akazien festgestellt. Edelkastanienhonig hat eine sehr würzige und leicht bittere Komponente. In dieser Mischung ist es ein charakteristischer würziger Honig, der weniger süß wirkt. Waldhonig bleibt lange flüssig und kristallisiert schwer.

Waldhonig cremig gerührt, Imker Achim Pfaff, Geiselbach
Waldhonig cremig gerührt, Imker Achim Pfaff, Geiselbach
Für diesen Honig gilt geschmacklich das bereits beim vorhergehenden Honig gesagte. Allerdings ist es eine besondere Kunst, Waldhonig fein cremig zu rühren. Der würzige Geschmack mit der zart cremigen Textur verändert das Mundgefühl entscheidend. Ein sehr schöner Vergleich zwischen dem flüssigen Waldhonig und dem cremig gerührten war somit möglich. (Bild oben)
Lavendelhonig, Imker Gabriel Ickowicz, Bolléne/Frankreich
Diesen Honig haben wir ebenfalls auf der Eurobee, Friedrichshafen entdeckt und zusammen mit dem folgenden Tymianhonig für die Honigsortenverkostung eingekauft. Jeder kennt die Bilder der Lavendelfelder in der Provence. Wenn die Sonne scheint und sich der Duft der Lavendelblüten verbreitet, fliegen unzählige Bienen in die Felder und holen aus den winzigen unscheinbaren Einzelblüten den Nektar. Das kostbare Gold tragen sie in ihren Bienenstock und der daraus entstehende Honig behält das Aroma seiner Herkunftspflanzen. Die Lavendelnote in dem hellen cremigen Honig kann man schmecken. Aber er schmeckt nicht parfümiert, sondern wirklich duftig aromatisch.

Thymianhonig, Imker Gabriel Ickowicz, Bolléne/Frankreich
Sowohl feldmäßig angebauter Thymian als auch der wild wachsende Thymian kommen als Nektarlieferant für die Bienen in Frage. Hier ist es für die Sortenreinheit von Nutzen, dass die Bienen kollektiv gerne die gleiche Sorte Nektar eintragen. Thymianblüten sind noch kleiner als Lavendelblüten, aber nicht weniger nektarreich. Auch hier schmeckt man die ätherischen Öle des Thymians, die eine kräftige Kräuterkomponente beisteuern. Ein solcher Honig ist nicht nur im Tee ein Erlebnis, sondern auch über Ziegenfrischkäse oder als würzige Brötchenauflage.

Vielblütenhonig aus Bali
Dieser und der nächste Honig sind exotische Sorten, die Andrea Balling zum Verkosten stiftete. Dass der balinesische Vielblütenhonig eine Kostbarkeit im eigenen Land ist, sieht man schon an der Gläsergröße. Der Geschmack war wie erwartet, exotisch und aromatisch, wie balinesische Blüten wohl sind.

Blumenhonig mit Mandarine und Orange, Arida/Japan
Der japanische Honig aus der Region stammt aus Nektar von Mandarinen- und Orangenblüten, die dort wohl angebaut werden. Die zarten Fruchtaromen waren deutlich zu schmecken und machten den leichten, hellen Honig zu einem besonderen Geschmackserlebnis.

Resumee der Honigsortenverkostung beim Bienenzuchtverein Kleinostheim:
Die Honigverkostung fand großen Zuspruch bei den Besuchern unseres Adventsmarktes. Viele nutzten die Gelegenheit, die interessante Honigauswahl zu kosten und zu sehen. Nicht nur die Erwachsenen, auch die Kinder hatten viele Fragen, die Andrea Balling als Imkerin beantworten konnte. Es war ein echtes Highlight unseres 1. Honigsüßen Adventsmarktes. Deshalb planen wir, die Honigsortenverkostung auch in 2026 auf unserem nächsten Weihnachtdsmarkt mit neuen Sorten wiederholen.

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